Im Juni 2015 unternahmen wir eine Exkursion mit der Gästeführerin Frau Öhler zum Tarmstedter Moorpfad.

 

Schaurig ist´s übers Moor zu gehen...

So schaurig wie in Annette von Droste-Hülshoffs Gedicht kann man das Teufelsmoor heute nicht mehr  erleben, aber es gibt immer noch Stellen, die einen kleinen Eindruck davon vermitteln, wie es hier früher einmal ausgesehen hat. Eine davon ist am Tarmstedter Moorpfad.

Wind, Wolken und ab und zu ganz kurz schien die Sonne, als sich unsere Ortsgruppe des NABU Lilienthal/ Grasberg im Juni aufmachte, um eine Führung über den Tarmstedter Moorpfad zu erleben.

Vorher besichtigten wir noch mit unserem Fledermaus-Regionalbetreuer Peter Arens das neue Fledermaushaus hinter dem Tarmstedter Rathaus.

Am Moorpfad erwartete uns dann die Natur- und Landschaftsführerin Ulrike Öhler mit informativen und spannenden Geschichten rund um das Moor.

Die weißen Stämme der Birken, das Licht, das durch das Laub fällt, die dunklen Kiefernstämme, und die grüne Heide bezaubern regelrecht, do dass wir erst einmal nur staunend stehen und diese besondere Stimmung in uns aufnehmen müssen. Fitis,  Buchfink und Rotkehlchen singen, und in der Ferne klopft ein Specht.

Auch das etwas dunkle Wetter hat hier seinen besonderen  Reiz.

Im Weitergehen erzählte Frau Öhler, dass die Teufelsmoorniederung durch das Abschmelzen des dicken Eispanzers, der vor ca.einer Mill.Jahren den ganzen Norden bedeckte und mit Unterbrechungen bis vor ca. 10000 Jahren dauerte, die Teufelsmoorniederung entstehen ließ. In der Niederung entwickelte sich zunächst Niedermoor und dann allmählich das Hochmoor .

An einem kleinen Moorsee wachsen Schilf, weißes Wollgras und die wunderschön rot blühende und streng geschützte Lorbeerrose

An vielen Stellen findet man den Gagelstrauch, der früher für die Menschen wichtig war. Er wurde an Stelle von Hopfen zum Bierbrauen genommen und er vertreibt Flöhe und anderes Ungeziefer.

Weitere moortypische Pflanzen sind Adlerfarn und verschiedene Heiden: Glockenheide, die nicht so häufige Rosmarinheide und die Besenheide. Wir erfuhren, dass sie ihren Namen nicht dadurch bekam, dass man aus ihr lange Kehrbesen machte, sondern ganz kleine harte Büschel, mit denen Töpfe und Pfannen gereinigt werden konnten.

An einem kleinen Moorloch konnten wir den fleischfressenden Sonnentau bewundern und an einem Insektenhaus wurden wir von einigen empört brummenden Hummeln vertrieben, deren Einflugloch wir zu nahe gekommen waren.

Es gibt auch einen kleinen Torfstich, an dem man gut die verschiedenen Torfschichten erkennen kann. Hier berichtete Frau Öhler aus dem harten Leben der Moorbauern.

Die ersten Siedler waren die landlosen Knechte und die Söhne der Bauern, die keinen Hof erbten. Sie bekamen unter Findorff um 1750 ein Stück Moorland zugeteilt, dass sie urbar machen mussten, um es am Ende ihr Eigentum nennen zu können. Eine Schwerstarbeit, von der der  uns allen bekannte Spuch sagt:

„Dem ersten sein Tod, dem zweiten seine Not, dem dritten sein Brot.“

Die ganze Familie musste mitarbeiten, um den Torf zu stechen,  zu trocknen und anschließend mit den Kähnen zum Verkauf zu bringen. Ein Mann schaffte bis zu 2000 Stück Torfsoden pro Tag zu stechen.

Die Frauen treidelten die schmalen Kähne auf den Gräben bis zur Hamme. Von dort ging der Torf nach Bremen und noch bis zum ersten Weltkrieg bis nach Berlin.

Zusätzlich mussten sich die neuen Siedler oft auch noch gegen die alteingesessenen Bauern auf der Geest wehren, die sie als Konkurrenz betrachteten manchmal sogar mit Gewalt versuchten zu vertreiben. Bei der Besiedlung des Teufelsmoores ging es also durchaus nicht nur friedlich zu.

Nach diesem unterhaltsamen und spannenden Vortrag über die Moorbauern gingen wir langsam zum Ausgangspunkt zurück.

Unterwegs erfuhren wir noch, dass Gott auf Wunsch der Engel dafür gesorgt hat, dass die Moorbirke auch im Alter ihren weißen Stamm behält, damit sie den Menschen immer etwas helles Licht ins düstere Moor bringt

Das dies stimmt, kann jeder selber bei einem Spaziergang auf dem Moorpfad sehen.